Muskelkrämpfe verstehen und vorbeugen

von Team Zelltuning
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Wer kennt sie nicht, die plötzlich auftretenden Muskelkrämpfe in den Beinen, Füßen oder Händen? Ob die Krämpfe nachts oder tagsüber auftreten, zu jeder Zeit führen die kontrahierenden Muskeln zu unangenehmen Empfindungen oder gar Schmerzen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und können unterschiedlicher Natur sein. Erfahren Sie, wie es zu regelmäßigen Muskelkrämpfen kommen kann und was Sie dagegen tun können.

Was ist ein Muskelkrampf?

Bei einem Krampf, wie beispielsweise einem Wadenkrampf, spannt sich der betroffene Muskel oder eine ganze Muskelgruppe plötzlich sowie unfreiwillig an und verhärtet sich. Dieses Auftreten von Krämpfen ist nicht selten und in den meisten Fällen auch nicht besorgniserregend.

Die Krämpfe können in unterschiedlichen Körperteilen entstehen. Üblich sind beispielsweise:

  • Krampf in der Wade
  • Krampf im Fuß
  • Krampf im Oberschenkel
  • Krämpfe in den Händen

Oftmals lassen einen Wadenkrämpfe nachts aus dem Schlaf hochschrecken und wollen beruhigt werden, bevor es zurück ins Land der Träume gehen kann. Auch ein Krampf im Fuß entsteht oft wie ein Wadenkrampf nachts. Diese nächtlichen Krämpfe sind in der Regel jedoch harmloser Natur. Viele Menschen leiden regelmäßig daran.

Doch auch tagsüber kann es zu Krämpfen in Muskelpartien kommen. In vielen Fällen entstehen diese nach dem Sport oder Ausdauertraining. Manchmal treten Krämpfe in den Beinen auch schon während des Trainings auf.

Sind die Muskelkrämpfe Symptom einer Krankheit, beispielsweise einer Funktionsstörung der Nerven oder eines Mineralstoffmangels, kommen sie sowohl tagsüber als auch nachts vor.

Gerade die Waden tendieren zu Krämpfen. Bildquelle: Unsplash / Clem Onojeghuo

Mögliche Ursachen für Muskelkrämpfe

Wie bereits erwähnt, sind Krämpfe in den Beinen für viele Menschen normal und kein Grund zur Besorgnis. Die Wissenschaft hat noch keine abschließende Begründung gefunden, warum es gerade nachts häufig zu Wadenkrämpfen und anderen Krämpfen kommt.

Auch die Krämpfe, die im Zusammenhang mit einer Sportübung auftauchen, sind harmlos und von der Muskelbelastung hervorgerufen. Dabei ist es unerheblich, ob die Muskeln bereits während der Anstrengung oder erst später in der Entspannung krampfen. Wie Sie dieser Art an Muskelkrämpfen vorbeugen können, erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Es gibt jedoch auch jene Krämpfe, die eine krankheitsbedingte Ursache haben. Zu den Ursachen können zum Beispiel die folgenden Krankheiten oder Störungen zählen:

  • Mineralstoffmangel; insbesondere Magnesiummangel, Kaliummangel oder Calciummangel
  • Mangel an Elektrolyten
  • Alkoholismus
  • Hormonstörungen
  • Schwangerschaftsbedingter Krampf im Oberschenkel
  • Fehlfunktion der Nerven
  • Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Dehydration durch unzureichende Flüssigkeitszufuhr oder andere Medikamente bzw. Bedingungen, die einen Flüssigkeitsverlust begünstigen

Zu den Medikamenten, die zu einer erhöhten Urinausscheidung führen, zählen unter anderem sogenannte Diuretika. Diuretika sind harntreibende Arzneimittel, die auch als Entwässerungstabletten bekannt sind. Sie kommen unter anderem bei Krankheiten an Herz, Leber oder Nieren, Bluthochdruck oder Ödemen zum Einsatz. Durch den zwar gewollten, aber nichtsdestotrotz hohen Flüssigkeitsverlust sind unter anderem auch die Muskeln nicht mehr wie gewohnt mit Wasser versorgt. Dadurch neigen sie zu Krämpfen.

Weitere Ursachen: Verspannungen, Nervenstörungen oder Dialyse

Eine weitere Ursache für einen Wadenkrampf nachts oder tagsüber können Verspannung in der Wadenmuskulatur sein. Diese treten beispielsweise auf, wenn Sie sich zu wenig bewegen oder die Beine und Waden nicht ausreichend dehnen. In manchen Fällen sind es hingegen Ödeme, die die Verspannung in den Muskeln hervorrufen und den Krampf in der Wade begünstigen. Ein Ödem ist eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Gewebe und tritt vor allem in den Beinen auf.

Auch das Nervensystem kann an der Ursache für Wadenkrämpfe oder andere Krämpfe in den Beinen beteiligt sein. Vor allem dann, wenn die vielen Nerven im Rückenmark zum Beispiel aufgrund eines Bandscheibenvorfalls ständig erregt sind. Das hat damit zu tun, wie Nerven und Muskel zusammenarbeiten. Über den Nerv wird ein Impuls an den Muskel weitergeleitet. Ist der Nerv ständig erregt, kommt es auch ständig zu einer Kontraktion, also einem Zusammenziehen, im Muskel. Das endet irgendwann im Krampf.

Weiterhin ist auch ein Muskelkrampf im Anschluss an eine Dialyse nicht unüblich. Schließlich kommt es während der Dialyse in recht kurzer Zeit zu einem hohen Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten. Dadurch steigt das Risiko für Krämpfe.

Tritt der Krampf während des Sports auf, hilft es, den Muskel direkt zu entlasten. Bildquelle: Unsplash / Benjamin Klaver

Soforthilfe für Wadenkrämpfe & Co.

Wenn die Muskeln anfangen zu krampfen, ist das oftmals sehr unangenehm bis schmerzhaft. Dann gilt es, den Krampf möglichst schnell zu stoppen.

Im Sport bedeutet das in der Regel, den betroffenen Muskel direkt zu entlasten bis der Krampf nachlässt. Im Allgemeinen hilft es meistens, die krampfende Muskulatur zu strecken und in die Länge zu ziehen. Gegebenenfalls können Sie den Antagonisten, also den gegenüberliegenden Muskel, aktiv anspannen und so den Krampf lösen.

Um den Muskel zu entspannen, können Sie ihn auch sanft mit der Hand massieren oder eine warme Wickel oder Wärmflasche auflegen. Sollte der Krampf über längere Zeit nicht nachlassen, hilft vielleicht ein heißes Bad, um Entspannung zu finden.

Ein etwas ungewöhnlicher Tipp, der aber einer Studie aus den USA zufolge helfen soll, ist das Trinken von Gurkenwasser. Damit ist das Wasser gemeint, in dem saure Gurken eingelegt sind. Der saure Geschmack des essighaltigen Wassers scheint die Nerven zu beruhigen und damit auch innerhalb von Sekunden den Krampf zu lösen. Sie müssen also nicht warten, bis das Wasser über den Magen vom Körper aufgenommen wurde. Laut der Studie sind ein Milliliter Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht ausreichend.

Bei starken oder sehr häufig auftretenden Krämpfen verschreiben einige Ärzte und Ärztinnen Medikamente, die helfen sollen. Dazu zählt zum Beispiel das Malaria-Medikament Chinin oder Medikamente gegen Epilepsie. Allerdings bleiben die meisten dieser Arzneimittel nicht ohne Nebenwirkungen, so dass Sie stets abwägen sollten.

So beugen Sie Muskelkrämpfen vor

Ein im Zusammenhang mit Wadenkrämpfen immer wieder genannter Tipp ist Magnesium. Immerhin steht ein Mangel an Mineralstoffen als potentielle Ursache für Muskelkrämpfe im Raum. Möglicherweise hilft Ihnen die Einnahme von Magnesium in Form von Pulvern oder Tabletten dabei, Krämpfe zu stoppen und ihnen vorzubeugen. Nehmen Sie dazu zunächst maximal 200 Milligramm pro Tag ein und beobachten Sie, ob es zu einer Verbesserung der Muskelkrämpfe kommt.

Zudem ist es ratsam, die Körperteile, die zu Krämpfen neigen, regelmäßig zu dehnen. Das Dehnen wirkt nicht nur im Akutfall krampflösend, sondern kann auch der Entstehung von Krämpfen vorbeugen. Immerhin tendieren verkürzte und verspannte Muskulaturen eher dazu, zu verkrampfen. Wenn Sie also beispielsweise oft von Wadenkrämpfen nachts geweckt werden, dehnen Sie vor dem Schlafen gehen beide Beine für mehrere Sekunden.

Wann Sie bei Krämpfen ärztlichen Rat suchen sollten

Sollten Sie ohne erkennbare Ursache, wie eine hohe sportliche Belastung oder eine diagnostizierte Krankheit, ständig an Muskelkrämpfen leiden, suche Sie vorsichtshalber Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf. Das gilt insbesondere, wenn die Krämpfe über längeren Zeitraum anhalten und Sie stark unter ihnen leiden. Falls Sie gleichzeitig mit den Krämpfen auch an plötzlicher Schwäche, starken Schmerzen, Schwellungen oder einem Gefühlsverlust bzw. Taubheitsgefühlen leiden, ist der Arztbesuch ratsam.

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